Die Cottbusser Postkutscherin
Gestern abend, Cottbus, vor einem Plattenbau in der Nähe eines Clubs. Etwas abseits vom Club mussten wir parken. Abseits war in diesem Fall direkt vor einem Hauseingang eines Plattenbaus. Da der Club irgendwie doof war, verzogen wir uns nach einiger Zeit kurz ins Auto um kurz zu entspannen.
Da hockte sie. Keine fünf Meter vom Auto entfernt, direkt im Hauseingang des Plattenbaus. Halb vor ihr, halb unter ihr ein Fahrrad welches sie krampfhaft versuchte aufzuheben. Nach vier gescheiterten Versuchen blieb sie schließlich hockten, fluchte und jammerte. Wir kamen grade am Auto an und mussten ob dieser skurlien Szene kurz innehalten. Wie kann eine doch schon leicht bejährte Frau so voll sein?
Plötzlich ging Licht im Treppenhaus des Plattenbaus an und ein Typ sprang raus um ihr zu helfen. Sie drückten sich und gingen nach oben. Das Fahrrad stand inzwischen wieder. Eine unserer Begleiterinnen im Auto vermutete dass der Typ ihr Sohn sei und es voll lieb ist dass er sie so lieb drückt und mit hoch nimmt. Aber mal ganz unter uns… mein Verdacht… ach nee, ich wills gar nicht sagen. Was hab ich nur manchmal für Gedanken…
Irgendwann gegen fünf waren die Messen dann geschlagen und wir machten uns auf den Heimweg. Auf dem Weg aus dem Club erzählte ich noch die unglaubliche Geschichte der besoffenen Lady auf ihrem Fahrrad. Manche waren ja nicht dabei und mussten dieses Schauspiel unbedingt noch erfahren. Während ich da so erzählend Richtung Auto trotte, seh ich dass die Alte wieder da ist. Sie steht da an ihrem Fahrrad und versucht es scheinbar abzuschließen. Ein Wunder wie sie es überhaupt geschafft hat dass Schloss ums Fahrrad zu schnallen. In diesem Zustand!
Diesmal bemerkte sie uns sogar und torkelte sofort auf uns zu. Sie lallte uns an dass wir ihr helfen sollen beim Fahrrad. Ich glaub es ging um das Fahrradschloss. Mich hat sie zum Glück nicht angesprochen. Während sich schließlich jemand gefunden hatte, das Leid der immer noch extrem dichten Lady zu lindern sprangen wir schon fix ins Auto um jegliche weitere Konfrontation mit ihr zu umgehen. Als unser netter Helfer dann schließlich fertig war und ins Auto kam torkelte sie, offensichtlich sehr angetan von seiner schnellen Hilfe, hinter ihm her und beugte sich ins Auto. Sie wolle was singen für uns. Wahrscheinlich aus Dankbarkeit. Es dauerte eine Weile bis wir ihr klarmachen konnten dass wir leider auf ihren Gesang verzichten müssen. Wahrscheinlich hat sie auch für ihren “Sohn” vorher schon ein paar runden gesungen…
Kommentare
3 haben ne Meinung zu “Die Cottbusser Postkutscherin”
Schreib doch was













ich hätt’s gern gehört. wenn man schon so weit fährt, um seinen geistigen schutt dort in musikalischer form abladen zu dürfen, dann kann man sich doch auch mal die zeit nehmen, sich ein stück echter cottbusser kultur zu gemüte zu führen, oder nich?
Reden ist silber..Fotos sind gold! In Zeiten der Fotohandy hätte man ja wenigstens mal ein Foto machen können.
du wirst es nicht glauben, es gibt sogar einen videomitschnitt… aber kein handydatenkabel ^^