Die Franzosen mischen - Eine Kritik

VA - Kitsuné Maison Compilation #4
Am 11. Juni erscheint sie und hat es, dank ihrer furiosen Vorgänger, nicht leicht. Stets steigerten sich die Franzosen vom Label Kitsuné bei der Kompilierung. Anfangs typisch elektronisch, französisch, wurde Ausgabe 3 fast ausschließlich von Indie und Rocksongs geprägt. Setzt sich dieser Trend fort in Ausgabe 4? Nein.
Was ist passiert? Nach wie vor wird eine breite Palette an Musikrichtungen geboten. Der Gabentisch ist reich gedeckt, 15 Songs wurden immerhin auf die CD gepackt. Insgesamt jedoch wirkt die Platte beliebiger als ihre Vorgänger. Weniger eckige oder einfach nur laute Songs mussten Unikaten weichen und machen die Platte, trotz einiger guter Songs, recht langweilig.
Anspieltipp ist auf jeden Fall Track 1, der sehr melancholisch und langsam daherkommt. Wer aber aufmerksam zuhört, entdeckt wie der olle Falco im Jahr 2007 klingen würde. Vorrausgesetzt “Rock me Amadeus” wäre ein Melancholieschlachtschiff im “Air” Stil geworden.
Hatte ich mich schließlich bis zum Track 4 vorgearbeitet, keimte neue Hoffnung, dass nun doch noch ein bischen Indieshit auf der Platte zu finden ist. Foals mit Hummer ist kein Supertrack, allerdings auch kein Großraumdissendance wie “Numero# - HitPop”. Der Numero# Track gehört zweifelsfrei zu den schlechtesten auf der CD - und das, obwohl es einer der wenigen Tracks von Kitsuné ist, auf dem auch französisch gesungen wird. Kennt eigentlich noch jemand Dragosteia din Tei von O-Zone? Thats it, just the french Way.
Fazit: Für den Heimgebrauch nicht zu empfehlen, zu verschieden sind die Stile auf dem Compilation. Man findet, je nach Musikgeschmack, wenn überhaupt, einen oder zwei Tracks, die halbwegs passabel sind. Die restlichen Nummern wird man sich nicht anhören, weil sie einfach zu abstrus, zu unpassend sind. Das ist genau der Punkt, weshalb die Kitsuné Maison Compilation #4 gegenüber ihren Vorgängern schon verloren hat. Es fehlt der rote Faden. Der Hörer wird in ein sehr kaltes Gewässer aus verschiedenen Styles geschubst und geht spätestens nach dem vierten Song kläglich unter. Was die Vorgänger geschafft haben, fehlt #4 eindeutig, sie schafft es nicht, den scheuklappentragenden Hörer für andere Styles zu überzeugen. #3 konnte das Prima.
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