Hitzefrei für Brummifahrer

Grad kam ich von einer Sitzung wieder. Als ich zurück am Arbeitsplatz war bot sich mir ein merkwürdiges Bild. Ein sonst so vollgemenscheltes Großraumbüro sah aus wie ein Möbelhaus nach Ladenschluss. Nix los. Niemand da. Vom letzten verbliebenen Mohikaner vernahm ich dann dass heute alle das tolle Wetter nutzen wollen und schon gegangen sind.

Tolle Wurst. Ich kam heut leider massiv zu spät und muss deshalb Extraschichten schieben. Zu spät weil ich beim Tanken mein Portmonee nicht fand. Zu spät weil ich deshalb noch mal zurück nach Mittweida musste um es erfolglos zu suchen. Zu spät weil ich es dann in der letzten Taschenecke fand. Ärgerlich deshalb weil diese Tasche die ganze Zeit neben mir im Auto stand, eine Rückfahrt also überflüssig machte. Zu spät auch weil ich kurz nach meinem zweiten Aufbruch in einen Stau geriet und deshalb extreme Umwege auf mich nehmen musste. Zu spät zu guter letzt weil ich bei diversen Landstraßenfahrten genvert von LKW’s und Fahrschulautos einfach nicht voran kam.

Eins möchte ich an dieser Stelle klarstellen. Ich hasse LKW’s und deren Fahrer. Wie sie Landstraßen blockieren, Autobahnen in zwei Reihen belagern oder einfach nur zu laut durch geschlossene Ortschaften brettern.

Auf meiner Fahrt hatte ich genug Zeit darüber nachzudenken, wie das Leben ohne LKW’s wäre. Natürlich runtergebrochen auf meine eigenen Bedürfnisse. Mein Lieblingsdiscounter bekäme keine Lieferung mehr. Das fiel mir zuerst ein.

Und schon lächelte ich wieder in Richtung der rechten Autobahnspur und überlegte kurzzeitig auch, ob ich nicht mal freundlich winken solle.

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