Ich willige nicht ein
Studivz ändert seine Geschäftsbedingungen und bietet zukünftig personalisierte Werbung an. Aber was heißt hier anbieten. Aufgrund von meinen persönlichen Daten die ich bei Studivz eingegeben habe, bekomme ich Werbung die zu mir und zu meiner Region passt, in der ich wohne. Sogar passend zum Studiengang, wenn ich denn penibel meine Vorlesungen einschreibe.
Will ich meinen Account löschen, behält Studivz nach den neuen AGBs aber meine Daten. Diese werden dann mit Sicherheit weiterverkauft und weiterverkauft und weiterverkauft. Ich will jetzt zu nichts aufrufen, aber lest euch die Mail mit den neuen AGBs doch mal genauer durch. Wer jetzt sagt, da steht nur mein Name drin, sonst steht da ja nix, der sei gewarnt. Ihr schreibt Nachrichten, habt Pinnwandeinträge, seid in Gruppen, seid zu bestimmten Zeiten online, nutzt irgendwelche Internetzugänge, Browser usw. Man weiß mehr als ihr denkt über euch.
Sehts als überschnelle Reaktion an, aber ich mach da nicht mehr mit. Bis zum Sonntag werde ich meinen Account kündigen bzw mich mit den neuen AGBs nicht einverstanden erklären. Um mich zu sehen bleibt euch ja noch das Blog hier, oder myspace, oder ihr ruft an, oder ihr schreibt mir n Brief, oder ne SMS, oder ne Brieftaube… halt alles nur keinen Pinnwandeintrag auf Studivz mehr.
Mehr Infos hier, hier und natürlich hier.
Kommentare
16 haben ne Meinung zu “Ich willige nicht ein”
Schreib doch was













Du glaubst aber auch nicht wirklich das deine Daten bei Myspace besser behandelt werden? Ich habe gestern mit jemandem vom sächsischen Datenschutz telefoniert und ihn dabei auch auf die neuen AGBs und die Auswertung der Daten angesprochen - seine Antwort: “Die sind wenigstens ehrlich und geben es zu.” Entweder löschst du konsequent deine persönlichen Daten in jeglichen Netzwerken und bewegst dich nur noch im 1st life, oder du findest dich damit ab, das deine Daten ausgewertet und dein Surfverhalten analysiert wird.
Das hiest dich das ich das befürworte. Ich specke mein Profil so gut es geht ab.
warum eigentlich nicht mehr ozy? man kann uns kaum noch unterscheiden ^^
bei myspace hab ich zum glück noch einen kleinen nutzen hinter der ganzen geschichte, grad was die musik angeht. außerdem bin ich nur extrem selten dort online und hab keine relevanten daten gespeichert…
aber ich geb dir schon recht, wer sich im netz bewegt wird analysiert, so, oder so. man kann es hinnehmen oder seinen rechner wegwerfen.
du märtyrer für eine bessere internetwelt!!!
Ich überleg noch ob ich meinen account lösche. Hab eh zu viele Spuren im Netz hinterlassen, als dass ich die alle löschen könnte, von daher ist eigentlich wurscht. Aber war auch erstmal entsetzt, als ich das mit den AGBs heut morgen bei SPON gelesen habe.
wenns danach geht, musst du auch deinen mailaccount löschen, deinen myspace account, deinen account bei last.fm, fotocommunity, ebay, amazon.de, o2 und besonders myspace
sollen die mir doch mit werbung im studivz kommen. ich hab adblock plus in meinem firefox, die wird gekillt, unerwünschte spams werden gelöscht. ich bekomme echt wenig mails in schriftform und auch die email spams sind weniger geworden. nur die ruhe mit dem studivz. ich mein es war doch vorhersehbar, aber ich kann mich ja immernoch dagegen entscheiden und meinen account löschen…. :)
oh mann stefan, mach dich doch bitte nicht lächerlich.
dass nahezu jeder deine intimsten daten abrufen kann (auch jetzt schon), wenn er nur ein wenig googlet, dürfte dir doch nicht erst seit heute auffallen. jetzt nun hier studi als das neue google zu brandmarken ist ein aufreger zu viel und das noch an der falschen stelle.
am ende dreht sich doch alles um vermarktung, am besten so nah wie möglich am kunden. wir werden immer gläsener. für die werbebranche wohlgemerkt! oder denkst du, warum die deine daten speichern? um deiner mama zu petzen, wenn du kiffst? ^^
“die auswirkungen werden erst in den kommenden jahren greifen”…
vielleicht hab ich im affekt ein wenig überreagiert, was mich aber wundert ist die tatsache das es uns hier kommentierenden scheinbar pupsegal ist, dass man sich die kompletten lebensläufe und lebensumstände durch googlen aus dem netz ziehen kann. ich mein, das ist mit sicherheit erst der anfang… und wenn wir jetzt schon so abgestumpft sind und uns das alles nicht juckt, wo soll das bitte hinführen…
vielleicht dahin dass wir durch nichts mehr zu beeindrucken sind. nicht mal durch personalisierte werbung die uns ein produkt genau dann anpreist, wenn wir es brauchen.
is doch gut, wenn du ein produkt brauchst und es dir just dann angeboten wird…. personalisierte werbung ist nun wirklich noch das harmloseste… ich hab dich nie zur vorratsdatenspeicherung bloggen gesehen… wo ist da dein datenschutz-idealismus? ganz schön heuchlerisch, wie ich finde…
heuchlerisch wäre es, wenn ich mich darüber aufregen würde. wie im beispiel der vereitelten anschläge auf die us militärbasen in deutschland gezeigt wurde, speichern und scannen ausländische geheimdienste schon seit längerem, was sie übrigens auch offen zugeben. ob mich nun der belgische geheimdienst schon seit x jahren speichert, oder es die bundesregierung ab januar macht, ist dann auch wurst…
[…] ist wieder in aller Munde: StudiVZ. Er macht der Märtyrer, für ihn ist das eh ein Pflichtthema und sowieso geht ein Aufschrei […]
aber studivz, wenn die die daten haben und mit ihnen vl noch tschibo oder der chemnitzer blumenring, diese weltumspannenden mächte, dann is das schlimm, oder wie?
kann mich da nur denise anschließen. in sachen studiVZ ist deine reaktion absolut übertrieben also wirklich ^^
alles was studi von dir speichert, haben 100 mio. andere auch von dir und das vorher!!!
außerdem ist es die heuchlerei hoch 10, wenn du dich wohlwissend um den tatsachen trotzdem freizügig im netz bewegst. wem datenunsicherheit nicht behagt, der solle sich gänzlich vom internet fernhalten. (thumbs@oz). wir sollten wissen worauf wir uns einlassen. aber sich hinterher zu beschweren, sind wie raucher die tabakfirmen auf schmerzensgeld wegen ihrem lungenkrebs verklagen.
Übertrieben?
Das hängt davon ab was du willst. Wenn du es wirklich hinnehmen willst dass sie mit deinen Daten machen was sie wollen und nicht was du willst, bitte dann ist es natürlich übertrieben. Wenn du längst akzeptiert hast, dass du im Netz ausgebeutet wirst, ja dann ist der ganze Artikel gänzliche Zeitverschwendung und wo kommt dann überhaupt die Motivation her ihn zu schreiben?! MannMann, akzeptiere Dinge die dir nicht passen doch nicht, bloß weil anscheinend alle anderen es tun.
Sollte es nicht gewisse Grenzen geben für deren Einhaltung man sich einsetzt? Ob jetzt im konkreten Fall durch Austritt oder durch ordentlich Radau, so dass der der sie übertritt zumindest einlenken muss? Oder wollen wir alles hinnehmen was uns die Meister aufdrücken? Entweder man denkt selbst, entscheidet was richtig und was falsch ist und handelt danach oder man lässt es bleiben.
Das SVZ war von Anfang an auf Geld machen ausgerichtet (und nein es ist kein Naturgesetz dass alles im Internet dich ausnutzen will), aber das heißt doch noch lange nicht dass man sich das als Nutzer gefallen lassen muss. Schließlich können die nur so lange stolz auf sich sein, wie es auch Nutzer gibt die sich eben ausnutzen lassen. (Geistige Notiz: Oh daraus muss ich noch ein gscheites Wortspiel basteln bei Gelegenheit).
Nebenbei, wenn man etwas geschickt ist, lassen sich über Google nur “öffentliche” Daten herausfinden. Also zum Beispiel welche Schule man besucht hat, welche Uni usw. Aber nicht zwangsläufig in welchem Verein man war, was man in seiner Freizeit getan hat und welchem linken Terrorbruder man auf Parties um den Hals gefallen ist. Ebensowenig private Mailaddresse, Handynummer und Wohnadresse (sei denn man hat ein eigenes Blog mit Impressumspflicht oder so und da kann man Mißbrauch z.T. eindämmen).
StudiVZ hat aber all diese Daten, inklusive etwaiger Flirtereien über ihren Nachrichtendienst/Pinnwände und sonstige private Nachrichten, die man alle deinem echten Ich, deinem echten Namen zuordnen kann, so du dich an die AGB hälst.
All das wird über’s Studivz zentral abrufbar und ausnutzbar zumal StudiVZ es dir zur Pflicht macht (so war es zumindest bei den letzten AGB die ich genauer gelesen hab) dass du korrekte Angaben machst, obwohl das zur personalisierten Werbung gar nicht unbedingt nötig wäre (solange StudiVZ da als Platform zwischen Werber und beworbenem dazwischen sitzt und nicht direkt Handynummer und Adresse vermarkten möchte).
Achja und bloß weil andere es vielleicht hintenrum machen, macht es das nicht besser. Von einer ehrlichen Diskussion mit den Nutzern kann ja wohl auch keine Rede sein, oder wurden die vor den AGBs mal danach gefragt was sie davon halten? Die FAQ ging auch erst nach den ersten kritischen Meldungen auf die entsprechenden Stellen ein, vorher war da nur der Versuch das unter der Hand durchzuwinken.
Ach verflixt, ich wollte mich beim Kommentieren doch kurz fassen. Naja kurz und knapp, bloß weil andere es akzeptieren heißt dass noch lange nicht dass du es musst. Ich sage nicht du sollst austreten, aber es wäre doch zumindest ehrlich zu dir selbst wenn du dich konsequent danach richtest was du für richtig hälst und nicht nachgibst weil “es ischt ja eh alles böse im Netz” usw. Ist es nämlich nicht. Und da wo es “böse” ist, sind wir alle diejenigen die es entweder hinnehmen und uns einfach ausnutzen lassen oder etwas daran ändern. Ob du austrittst oder nicht ist deine Entscheidung und wenn nicht, dann trete wenigstens innerhalb des StudiVZs genauso dafür ein, dass es sich ändert. Alternative ist zumindest den eigenen “Schaden” bzw. die Möglichkeiten dich auszunutzen zu minimieren. Eine Möglichkeit für Rebellische dafür ist z.B. zwei Accounts zu haben. Einen zum gefunden werden, der aber keine weiteren privaten Daten als den Namen und die Uni hat und einen anonymisierten der wirklich genutzt wird für Gruppen usw. Handynummer u.ä. würde ich persönlich da sowieso nie eintragen, wer von meinen Freunden die mal vergisst kann ja anfragen, ist jetzt nicht so der Umstand.
Anyway, good bye for now.
Ach noch kurz zur Vorratsdatenspeicherung: Wenn das im Ausland passiert hast du erstmal nur bedingten Einfluß darauf, darüber aufregen könntest du dich aber trotzdem, wenn du dich über die Vorratsdatenspeicherung aufregst, welche du/wir direkt beeinflussen können. Und abgesehen davon sind das zwei paar Schuh. Im Ausland können die zwar deinen Verkehr mitloggen, jedoch nicht wer welche IP hat, das weiß erstmal nur dein Provider. Gut wenn du bei AOL bist, weiß es wahrscheins auch jede US-Behörde, aber zumindest bei kleinen lokalen Providern eben nicht.
P.S. Und ja gegen personalisierte Werbung ist u.U. gar nichts einzuwenden. Wenn das anonymisiert gemacht wird moralisch imho gar kein Problem. Aber dann bitte deutlich darauf hinweisen, die Daten nicht nach außen geben und nur die Kontaktdaten nutzen bei denen der Nutzer explizit zustimmt, bzw. im besten Fall sich auf die Seite selbst beschränken. Das professionell sauber zu machen traue ich zumindest StudiVZ aber so gar nicht zu, beweisen sie ja wieder mit diesem Versuch die Zustimmung so nebenbei durchzuschieben.
P.P.S. Gruß auch, nur zufällig hier irgendwie gelandet…
mittlerweile wurden die agbs bei studivz ein weiteres mal geändert. welt-online sei dank (dass es euer verdienst ist meint ihr nicht ernst oder? manche medien haben ein ego, das gibts ja nicht)
ich werde mein profil nun wohl vorerst nicht löschen, es aber so rudimentär wie möglich halten. soweit erstmal.
[…] als potenzielle Orte von Werbung zuzulassen. Der erste Schock allerdings, er führte in der Tat zu einigen Austritten. Dem entgegen steht wiederum die Meinung , dass man ruhig bleiben solle, und StudiVZ nur […]