Mein Run durchs Studium - Prolog

//Sozialpornografie ON//
Der Herbst wird depressiv hat man mir gesagt. Es ist nicht viel los dort. Gefeiert wird wenn, dann mehr im privaten Rahmen. Nimm dir ein Zimmer in der Banhofstraße, dort gibt es ein neues Gebäude mit schicken kleinen Zimmern. Vermeide aber ein Zimmer mit Blick zur Bahnhofstraße, das wird sehr laut. (damals Mitte 2003 war die Bahnhofstraße noch eine Kopfsteinpflasterstraße)

Pack dir Essen ein, wir fahrn nach Mittweida.

Medienmanagement oder Medientechnik hab ich gefragt? “Ich hab Medienmanagement studiert, nimm aber auf jeden Fall Medientechnik. Das ist im Prinzip genauso, wird aber allgemeinhin besser anerkannt.” Auf die Frage nach dem ganzen Technikkram bekam ich die Antwort: “Das sieht nur so schlimm aus, eigentlich ist das überhaupt nicht technisch.” Gesagt getan, auf nach Mittweida zum Medientechnikstudium.

Raus aus der Nestwärme der Berufswelt. Raus aus einem Job der mir eigentlich Spaß gemacht hat und in dem ich auch kurz vor einem Volontariat stand. Raus aus der Großstadt. Weg von vielen neuen und liebgewordenen Bekannten und Freunden. Weg vom Radio.

Los gings als frischgebackener MT03W2er irgendwann im September 2003 mit einem Bündel an Einführungsveranstaltungen. In einigen Veranstaltungen war ich nur ein einziges Mal und verfluchte währenddessen meinen Informanten aus Leipzig der mir sagte das Medientechnik nicht viel mit Technik zu tun hatte. Von Mathe Tutorien und Vorlesungen hetzte man in die Elektrotechnikvorlesung um nach einer kurzen Pause nicht zu verpassen dass man nachmittags auch noch Physik hat.

Ich beriet mich mit Fachkräften an der Hochschule nicht doch noch schnell den Studiengang zu wechseln. Irgendwie klappte das alles trotz mehrerer Versprechungen nicht, aber ich bekam eine Verbindliche Zusage (leider mündlich) im Jahr 2004 in den Studiengang Medienmanagement zu wechseln. Viel Zeit also auf einmal, immerhin war zu dem Zeitpunkt das Wintersemester 2004/2005 noch in schier unereichbarer Ferne. Kurzaufenthalte in Dresden, Mittweida und Leipzig waren die Folge. Hier gejobbt, da rumgehangen, dort nichts gemacht und hier und da auf Wichtig gemacht. Der Sommer 2004 rückte näher und ich kam wieder zurück nach Mittweida um mich schon mal ein wenig bei Radio Novum bekannt zu machen (jaja, ihr lieben Kleinen, es gab eine Zeit als auf der Frequenz 99.3 noch ein Rauschen zu empfangen war). Radio Novum, Vorgänger von 99.3 Radio Mittweida, im Mitweidaer Kabelnetz zu empfangen, plante schon intensiv den Relaunch um im neuen Semester mit neuem Namen auf Antenne zu gehen. Im Zuge dessen wurden neue Sendungen ins Leben gerufen für die man sich mit Konzept bewerben konnte. Lange Rede kurzer Sinn. Seit Juni 2004 war ich dabei und moderiere seit dem (eigentlich) fast jeden Freitag die Sendung Global Beats.

Und was war mit dem Studiengang? Klappte der Wechsel? Der freundliche nette Herr, der für die neuen Studenten zuständig ist und der mir zusicherte, im Jahr 2004 auf jeden Fall als Medienmanager anfangen zu können, erinnerte sich an nichts mehr, sagte mir aber zu dass ich mich gern noch einmal bewerben könne, immerhin sei mein Eignunstest für Medientechnik vom vergangenen Jahr einer der besten gewesen. Was einmal klappt, dass klappt auch zweimal dachte ich mir, bewarb mich also nochmals, löste aufs neue die Fragen des Eignungstests und erfreute mich erneut an dessen Einfachheit.

Ein paar Tage später schließlich der Brief und die offizielle Bestätigung. “Ich werde Medienmanager!”

//Sozialpornografie OFF//

Kommentare

3 haben ne Meinung zu “Mein Run durchs Studium - Prolog”

  1. Falk on März 6th, 2007 9:24 pm

    harte, steinige wege sind meist die wege, die zum größten erfolg führen. oder wie der volksmund ruft: ohne fleiß und schweiß kein preis. :D

  2. alex on März 8th, 2007 12:02 am

    hättest du damals auf der besetzungscouch mal nicht gezickt, hätte sich der nette mann vielleicht erinnert :P

  3. Medienelite » Archiv » Kalter Kaffee. on April 13th, 2007 11:07 am

    […] Stefan bloggt in unregelmäßigen Abständen über seine Studienzeit im Schnelldurchlauf. Sehr nostalgisch. […]

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