the Fritz Diaries - Eine Geschichte in drei Akten

enten beim rbb

(Enten fühlen sich vorm RBB Radiohaus mehr als heimisch, manchmal lugen sie auch zur Tür hinein und wollen mal richtige Radioluft schnuppern)

Erster Akt

Warten bis die Sitzung beginnt. Im Tagungsraum bereits eingetroffen sind die Praktikantin Deborah, Fred* von der Musik und ich. „Und?“ fragte Fred die Neue im Fritzteam,

„Wie gefällts dir bei uns?“

„Sehr gut, ich bin wirklich zufrieden.“

„Wo kommst du denn eigentlich her?“ fragte er vehement bohrend weiter.

„Aus Falkensee.“

„Das ist aber schon ein ganzes Stückchen, fährst du da jeden Tag?“

„Ja.“

„Deborah ist aber auch ein ungewöhnlicher Name.“

„Zu hause werde ich eigentlich nur Debbie genannt, aber nachdem mich hier von Anfang an alle Deborah genannt haben, wollte ich nach einer Woche nicht anfangen zu sagen, dass sie mich auch Debbie nennen können.“

So ging es dann noch ein paar Fragen weiter, ich war mittlerweile schon fast wieder eingeschlafen, ehe er endlich von Deborah abließ, um sich darüber zu echauffieren wo denn die anderen Sitzungsteilnehmer blieben. Zu seiner Verteidigung sei aber gesagt, dass Fred ein wirklich toller Fritze ist, beim Sender seit Urzeiten dabei und wirklich kompetent und immer freundlich. (So viel Schleimerei muss sein, immerhin haben sich kurzfristig noch Möglichkeiten ergeben, wie ich vielleicht doch noch an Bloc Party Karten komme. Über ihn natürlich.*g*)

Zweiter Akt

Die Anderen brauchten aber noch eine (Zigaretten)Weile, das ließ mir Zeit, noch eine Kleinigkeit zu klären. Im Sekretariat angekommen, stieß zur Sekretärin Gesa noch eine weitere Mitarbeiterin aus der Fritz Führungsriege und bemerkte, als sie mich sah, ob ich nicht der Promopraktikant mit den unglaublich grünen Augen sei, von dem schon so viel gesprochen wird. Verwundert ließ ich mir zur Bemerkung „Bin ich etwa schon in meiner Abwesenheit Thema?“ hinreißen. Scheinbar schon, denn den pfiffigen Sekretärinnen war meine (unechte) grüne Augenfarbe schon mehrfach aufgefallen. Nachdem ich allerdings schon jedem einzelnen Mitarbeiter vorher erklären durfte, dass die grüne Farbe von Kontaktlinsen herrührte, lies ich es irgendwann einfach bleiben. Man konnte wirklich einen Dialog über den nächsten wie eine Blaupause legen. „Gefärbte Kontaktlinsen? Hatte ich auch mal. Ich hab die ja gaaar nicht vertragen.“ Oder, „gefärbte Kontaktlinsen? Das ist aber nicht gesund auf Dauer.“ Usw. Schiebt man dagegen alles auf seine tollen Gene und behauptet steif und fest, die grünen Dinger seien einem bei der Geburt mitgegeben worden, bekommt man nur gesagt dass so etwas toll ist und die Frager trotten zufrieden davon.

Dritter Akt

Auch Mittweida ist oft ein Thema. Entweder trifft man auf Leute die selbst mal in Mittweida studiert haben und jetzt tatsächlich einen richtigen Beruf in den Medien bekommen haben, oder diejenigen die selbst noch dort studieren bzw. erst vor kurzem da studiert haben. Eine 02er Medientechnikerin hab ich getroffen, einen 04er Manager und einen Typ, der 98 oder 99 sein Medientechnikstudium in Mittweida abgeschlossen hat. Manchmal mischt sich jedoch auch ein Mittweidaunkundiger in die mittweidainternen Diskussionen. Der hat dann aber wenigstens schon mal etwas von Mittweida und seinem hervorragenden Ruf gehört. Faszinierend. Alle Menschen die Mittweida kennen, sehen die Stadt samt Fachbereich Medien recht realistisch oder kritisch. Mittweidafremde Personen dagegen, denen nur der Name und die damit verbundene Medienausbildung geläufig ist, sprechen geschlossen davon, dass sie nur Gutes von „dort“ gehört hätten. Wenn mein zukünftiger Chef unter diesen Menschen ist, werde ich ihn mit Sicherheit nicht korrigieren. Zumindest nicht bis zur Unterzeichnung meines unbefristeten Arbeitsvertrages :P

*Name von der Redaktion geändert ;)

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